Hören erfordert Teamarbeit
In der Tat handelt es sich beim Verstehen um eine phänomenale Teamarbeit.
Unsere Ohren nehmen ein Lautsignal auf und sorgen für die Übertragung an unser Gehirn, denn erst hier erhalten die gehörten Worte ihren Sinn. Wenn unser Hörvermögen optimal funktioniert, geschieht das ganz nebenbei. Hören und Verstehen erfordern keine besondere Anstrengung und lassen uns genügend freie Kapazitäten für weitere Aktivitäten. Während wir weiter im Garten arbeiten, mit dem Auto herumfahren oder das Frühstück vorbereiten können, laufen in unserem Gehirn parallel mindestens vier verschiedene Prozesse ab, die uns mühelos einem laufenden Gespräch folgen lassen. So können wir uns im Raum orientieren, erkennen die gesagten Worte, trennen zwischen Sprache und Nebengeräuschen und sind in der Lage, uns auf unseren Gesprächspartner zu fokussieren.
Ist das Hörvermögen jedoch vermindert, kommt es immer häufiger zu Übertragungsschwierigkeiten und damit einhergehenden Verständnis- und Verständigungsproblemen.
Hören wir schlechter, muss das Gehirn sich mehr anstrengen und verbraucht wertvolle Ressourcen, die an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung stehen. So nimmt mit der Minderung der Hörleistung auch unsere allgemeine Leistungsfähigkeit ab. Erste Anzeichen von akustischen Defiziten sind lauter gestellte Radio- und Fernsehgeräte sowie die häufig geäußerte Bitte, Dinge zu wiederholen oder lauter zu sprechen. Fortschreitend fällt die Orientierung im Raum schwerer. Stimmen und Nebengeräusche vermischen sich und Worte werden immer öfter falsch, oder gar nicht mehr verstanden. Aus Unsicherheit und Angst vor Missverständnissen erfolgt ein zunehmender Rückzug aus dem gesellschaftlichen und sozialen Umfeld, die Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein verändern sich und geistige Anregungen nehmen ab. Studien belegen zudem, das eine unversorgte Hörminderung sogar das Risiko an einer Demenz zu erkranken auf das bis zu Fünffache erhöhen kann.